Lesen. Hören. Schreiben. 58: Malfragen
Ist ein Text noch ungeschrieben, doch gut durchdacht – existiert er trotzdem schon als geistvoller Nebel in der Atmosphäre?
Kompositionen im Kopf, ohne Notenschrift – sind bereits Musik oder nicht?
Die Ideen von Bildern ohne Material, ohne Form und Farbe, Erfinundgen ohne Durchführung und Prototyp, eine neue philosophische Theorie ohne Streitschrift/Lehrstuhl/Anhängerschaft: Schwirrt das alles über unseren Köpfen herum? Der Himmel, ein KollektivGenie?
Geistesblitze, nichts als Fallout, weil das Gedrängel dort oben zu dicht ist, weil Neues sich neuen Raum schaffen will?
Warum schreibe ich hier immer seltener über Tatsachen?
Warum stelle ich so viele Fragen?
Kann es sein, dass alles zusammen eine Art Unsicherheitsdrive bewirkt, der sich auf Planet und Lebewesen auswirkt?
Wann kommt einer, der alle Fragezeichen wegwischt und sagt: Ich weiß, was richtig ist. Bei mir seid ihr sicher. Vertraut mir…
Wer stellt sich dem Typ in den Weg und sagt: Mal langsam. Lasst uns prüfen, ob er die Wahrheit spricht?