Lesen. Hören. Schreiben. 52: Tauchen 2

Beim Umräumen und Sortieren  wiederentdeckt:
„Freiheit des Herzens“ von Fanny Lewald.

Frei von  unserem „Zeitgeist“, aber der Geist einer hochbegabten Frau sprüht aus jeder Zeile.

Obwohl Ich-Erzählungen nicht so meins sind – die subjektive Sicht schränkt m.E. auch die Möglichkeiten des Romans ein –  aber! Der Blick der Autorin schweift von der Geburtsstadt Königsberg durch das Europa des 19. Jahrhunderts und öffnet neue Perspektiven für die Frauen ihrer Generation.

Autobiografien können arg trocken wirken, wenn AutorInnen glauben, auch noch Geschichte und Kultur hineinpacken zu müssen?
Hier fügt Geschichte sich unaufdringlich in jede Zeile. Jede Episode kann das Beste aus fotografischer Genauigkeit und individuellem Gemälde in sich vereinen.

Konsequenz?
Zwanghaftes Ausschau-Halten nach ähnlichen Schätzen im Meer der Literatur?
Nein. Lieber lasse ich mich treiben, möchte nicht suchen, sondern finden.

 

Lesen. Hören. Schreiben. 51: Tauchen 1

Jedes neue Buch soll mir  diesen einen Wunsch erfüllen: Schon mit den ersten Zeilen möchte ich in die Welt der unbekannten Personnage eintauchen, mich von ihren unverwechselbaren Charakteren faszinieren lassen, jede Episode, jedes Detail und alle nur scheinbar dekorativen Abschweifungen als überraschend und doch stimmig empfinden,
und im Fluss der Geschichte niemals an den Felsen der guten Absicht stoßen, nie in den Nebel der verräterischen Moral gelangen,
und immer so weiter, bis das Lesevergnügen – ein unzulänglicher Begriff – viel zu schnell ans unerbittliche Ufer der letzten Seite stößt.

Ich lese nicht mehr so viel wie früher. Nur, wenn mir dieses Ruhen in einem ziemlich vollgepackten Alltag möglich ist, muss es stimmen. Und alle vorlauten Stimmen, die mich ins Freie rufen – das Laub im Teich! Die Spinnweben im Stall!… – sollen schweigen.

 

 

Lesen. Hören. Schreiben. 50: Ganz kurzer Text

Hat eine Person – nicht du! – Erfolg, ist es ein Zeichen von gutem Karma.
Und ein Grund, dich mitzufreuen.
Erfolg – glaub, Chögyam Trungpa hat es mal so oder so ähnlich gesagt – ist nichts als die Tatsache, dass eine Person mit den Umständen in Samsara gut umzugehen weiß.
(Damit niemand sich ausgegrenzt fühlt: Erfolg. Siefolg. Mr.folg. Missisfolg.)
Das war’s auch schon. Was jetzt folgt, ist Arbeit.

Lesen. Hören. Schreiben. 49: Musical calls

und es stellt Fragen:

o) Warum soll die Fähigkeit, tiefe Gefühle auszudrücken, auf sog. E-Musik beschränkt sein?

o) Eine berühmte Persönlichkeit aus Geschichte oder Kultur ins Zentrum rücken: Strategie, um maximale Popularität zu bewirken? – Möglichkeit, neue Facetten in scheinbar bekannter Geschichte zu endecken? – Publikum soll sich mit Kult-Person identifizieren und dabei geadelt fühlen? – Hat ein Nischen-Thema Chance auf Realisierung?

o) Wie macht sich ein Exposé bemerkbar, wenn es in nüchterner Sprache den Inhalt erklärt, und doch auch Überraschungsmomente im Text und rhythmisches Vorpreschen in Songfragmenten mit-erzählen will?

o) Dürfen schmucklose Dialoge mit poetischen Einsprengseln glänzen?

o) Wo ist der Komponist, die Komponistin, die mein Exposé für ein unsagbar ausgeklügeltes, total innovatives Libretto kennenlernen will? – www hilft?

o) Schwierige Kost in sog. Leichter Muse: Hier hilft kein www.
Nur die Reise durch meinen Kopf…

Lesen. Hören. Schreiben. 48 Schatzkiste

und Fundgrube, ungeordnetes Archiv und Verheißung:

TAMINO-Klassikforum, mit offenen Grenzen Richtung alt und neu, und ohne Scheu vor Musical und Operette. Alles, was mit Musik zu tun hat, ohne selbst Musik zu sein, ist dort versammelt und verführt erstmal zum willkürlichen Springen von einem Unterforum zum anderen, später zum Mitlesen und Mitverfolgen von Diskussionen über Aufführungen und Interpreten, Komponisten und Tonträger, Dirigenten und Kritiken…
Versuch einer Vertiefung: Im SubForum Kunstlied folgen auf das Eingangsposting 189 Antworten…

Nach endlosem Tamino-Surfen:
Nur das Summen von Worten im Kopf, doch kein Klingen von Noten. Aber: Biografien googlen, Musikbeispiele auf youtube anhören (endlich den Plattenspieler fit machen, die alten Vinyls auflegen und Augen zu!), Spielpläne durchsuchen und dann doch nicht hinfahren.
Nächstes Jahr aber ganz bestimmt.