Nun also RITA. Warum?

„Rita“, hat Lela gesagt.
Bis gestern wusste ich nicht, wie ich im Blogtext heißen soll.

Manchmal ist es schwierig, meiner Personnage Namen zu verpassen: Sie sollen angenehm klingen, weder niedlich noch dumpf-konsonantenreich, und auch nicht Urzeit-gemäß.
Hedwiga geht gar nicht.
Milieu-Mobbing auch nicht: Yvonne und Lisa-Marie sind schon mal draußen.
Was historisch belastet ist, findet sowieso nicht in meine Texte, und auch das nicht, was sich unberechtigt-elitär hervortun möchte: Patricia und Serafina machen sich unbeliebt, noch bevor sie ein einziges Wort gesprochen haben. Und all diese Namen, die nach Sand und Meer und Wüste klingen, müssten ebenso erklärt werden wie die Reise ihrer Menschen in den PC und aufs Papier: Fernanda, Anastasia, woher kommt ihr? Was habt ihr unterwegs erlebt?

Rita finde ich voll in Ordnung. Rita bedeutet „Perle“.
Rita lässt an Ritter denken, edle Ritter. Sie sind sportlich, verteidigen Burg, Burgherren und Burgdamen. Sie minnen und dichten und singen. Bis sie erhört werden.
Und wenn nicht? Treiben sie sich in Küche und Stall herum, wollen herummachen mit Köchinnen, Mägden und Fischerjungen?
Schluss, das führt zu weit.
Rita ist oke.

„Lela“, Ritas alte Freundin, trägt diesen Namen als Hommage an das Mädchen Manuela in „Mädchen in Uniform“, dem tränenreichsten Buch meiner Pubertät.

Rhythm ’nd Blues

So. Der Text sucht seinen Rhythmus.
Langsam hat es begonnen, die Personen und ihre Aktionen zum Laufen zu bringen.
Jetzt aber ist Zeit für Pause.
Denken: Was ist?
Wohin geht die Reise?
Weitermachen?
Sich neu orientieren?

Und los.
Bald. Morgen?

Zuerst Stille.
Ein Hauch, ein Flüstern. Dann
andante con spirito…
parlando nicht vergessen –
molto affetuoso…
hell und dunkel.
Stolpern durch Synkopen.
Fermate.

Vivace
Lacrimoso.
Piano al fine.
Wie im wirklichen Leben.

Virginia, der Wald und die Bäume

Blog soll weiterlaufen, lange, auf geraden und krummen Wegen. Zitat aus einem der Tagebücher v. Virginia Woolf: ~ Schreiben: Zuerst über den Wald fliegen und sich mal grob orientieren. Dann zu Fuß von Baum zu Baum, von einer Abzweigung zur nächsten.
Soll ich gestehen, dass ich grad beim mich-Verirren bin? Oder so tun, als hätte ich alles im Griff, und das Ende vom Blog liege in der Ferne herum wie ein Felsbrocken, den keiner mehr zurechtrücken kann?

Zu eilig, zu flüchtig

hatte ich vorgestern Hintergrundblind, den Entwurf, reingestellt. War verwirrend? Tut mir leid. Flüchtigkeitsfehler können zu ernsten Konsquenzen führen: Nudelwasser schäumt übern Rand vom Topf. Portemonnaie geht verloren. Messer schneidet Finger wund. Beinbruch. Gräte im Hals. Tod. – Gib acht, lass Dich durch nichts aus Deiner Dir angemessenen Geschwindigkeit bringen.

Fiction!

Die Personen im Blog sind erfunden. Manchmal benehmen sie sich so ähnlich wie die Menschen in meiner Umgebung. Oder nicht. Trotzdem, sie gehören zu mir. Sie zappeln an meinen Regiefäden wie Marionetten an ihren Schnüren. Kein Gedanke, kein Wort, kein Schritt geschieht ohne meine Anweisung. Zugleich maße ich mir an, ihre Aktionen kommentieren zu dürfen. Manchmal offen, meist nur durch die Reaktionen der anderen Mitspieler.
Damit gehören sie zu meinem Universum.
So wie die nahen Menschen und die fernen, auch Katzen, Mäuse und das Sub-Universum der Vögel, ihre Hecken und Verstecke, alle Bäche, Tümpel, das Meer und die Luft.
Was noch? – Freude am Abendrot, Angst vorm Fliegen, Vorliebe für die kleinen angenehmen Banalitäten und die große Tasse Kaffee. Und Hoffnung, Trauer, Glück und das Wehgeheul beim Anblick von Blut aus Schnittwunde, das Nichtbegreifen von Blut aus den Wunden der Welt, und alles andere, Nebel, Nacht und der Tod.

Und ich bin der Mittelpunkt.

Ungefähr acht Millionen Menschen betrachten sich selbst als Mittelpunkt ihres Universums.
Wohin führt das?

Heinrich Heine: „Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte.“
Ich habe sein Zitat aus der Zeit in den Raum verlegt. Und befinde mich damit in guter Gesellschaft.
Heinrich, das musste jetzt sein.