Lesen. Hören. Schreiben. 55: Geschichte-Geschichten

Ich lese das gerne: Die Handlung findet an einem bestimmten Ort, zu einem ungefähr genauen Zeitpunkt statt.
Die Personnage, und hätte sie noch so viele persönliche Konflikte auszutragen, muss  zur historischen/lokalen Situation einen Standpunkt einnehmen.  Aktiv oder in Gesprächen, in Befürchtungen und Hoffnungen. Als Abgesang.
Auch wenn die Protagonisten von sich aus kein Wertesystem verinnerlicht haben, können sie dennoch in Situationen geraten, die eine Folge der erzählten aktuellen Lage sind.

Auf andere Weise erlese, erlebe ich Geschichten-ohne-Anhaltspunkt für Verortung. Ausschließlich die Personen und ihre Beziehungen (ahja, und das Schicksal) müssen die Story tragen, bis sie so vertraut und lebendig werden, dass Leser sich zuhause / zugehörig fühlen – oder, gewollt-nur-als-Beobachter, Richter, Sympathisanten am Rand platziert werden.

Sowieso ist für mich das MitLeben abhängig von Form und Stil, Farben und Klängen.

Die Neugier bleibt…