i, gelobtes Übel

Wieder bei instagram. Bin total begeistert. So viele Fotos, Filmchen, Leute und Impressionen. Hier und dort was dabei zum Weiterforschen, ab und zu gscheite Kommentare an xy, die das sicher zu schätzen wissen, und wenn dann auch noch AW kommt, fühlt der Mensch sich wahrgenommen und blendet aus, dass es von Anfang an die Strategie war: In den Dschungel rufen: Here I’m! Me voilà! Mono yandi yai!
Es tut so gut, sich nie wirklich einsam zu fühlen.
Immer ein Haufen Leute in Klickweite und morgen noch mehr, übermorgen nochnochmehr, und in einem Jahr-

Ich stelle mir vor, alle, die mir folgen, und die, die von mir gefolgt oder verfolgt werden, wasweißdennich, sitzen zusammen im Sesselkreis, in vielen, ineinader verzwirbelten Sesselkreisen:
Ein ursympathisches Wesen, aber mit unmöglichen Leggins. Einer, der alle meine Fotos liked, will rauchen. Frau S. spricht nur sächsisch, und überhaupt entstehen Vibrations, die, gut/ungut/gleichgültig durch den Raum wabern. Blickkontakte werden durch winkende Hände vorzeitig unterbrochen, der Geräuschpegel steigt…
Was tun?
Kaffee für alle geht sowiewo nicht, und eine ehrliche Aussprache schon gar nicht. AnSprache? Wie denn, wenn alle dazwischenrufen.
Glaub, ich schmeiß sie raus.

Was bleibt?
Anregungen. Inspirationen. Überraschungen. Sympathie? Mit der wachsenden Gewissheit, dass Charakter auch aus Wort und Bild hervorblitzen kann.