Lesen. Hören. Schreiben. 52: Tauchen 2

Beim Umräumen und Sortieren  wiederentdeckt:
„Freiheit des Herzens“ von Fanny Lewald.

Frei von  unserem „Zeitgeist“, aber der Geist einer hochbegabten Frau sprüht aus jeder Zeile.

Obwohl Ich-Erzählungen nicht so meins sind – die subjektive Sicht schränkt m.E. auch die Möglichkeiten des Romans ein –  aber! Der Blick der Autorin schweift von der Geburtsstadt Königsberg durch das Europa des 19. Jahrhunderts und öffnet neue Perspektiven für die Frauen ihrer Generation.

Autobiografien können arg trocken wirken, wenn AutorInnen glauben, auch noch Geschichte und Kultur hineinpacken zu müssen?
Hier fügt Geschichte sich unaufdringlich in jede Zeile. Jede Episode kann das Beste aus fotografischer Genauigkeit und individuellem Gemälde in sich vereinen.

Konsequenz?
Zwanghaftes Ausschau-Halten nach ähnlichen Schätzen im Meer der Literatur?
Nein. Lieber lasse ich mich treiben, möchte nicht suchen, sondern finden.